Mein erstes Bienenvolk

Wie ich angefangen bin zu imkern und mein Weg zu den Bienen fand

Wie ich zu den Bienen gekommen bin?


Eigentlich weiß ich gar nicht mehr genau, wann aus „Bienen sind irgendwie interessant“ plötzlich „Ich will selbst imkern“ geworden ist.


Aber irgendwann war der Gedanke da. Und wenn ich erstmal so einen Gedanken im Kopf habe, dann wird daraus meistens irgendwann ein Plan.


Ich wollte allerdings nicht einfach irgendeine Beute kaufen, Bienen reinsetzen und hoffen, dass das schon irgendwie klappt. Also habe ich mir erstmal jemanden gesucht, von dem ich lernen konnte: einen Imkerpaten.


Und das war wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen überhaupt.


Einen ganzen Sommer lang durfte ich mitlaufen, zugucken, Fragen stellen und vor allem lernen, dass Bienen sich ziemlich wenig dafür interessieren, was im Lehrbuch steht.


Am Anfang versucht man noch, alles richtig zu machen. Wo ist die Königin? Wie viel Rauch? Ist genug Futter drin? Ist das Brutbild gut? Was machen die da eigentlich gerade?


Und irgendwann merkt man: Man kann unglaublich viel lesen – aber wirklich verstehen lernt man ein Bienenvolk erst, wenn man davorsteht.


Wenn man die Kiste öffnet.
Wenn man hört, wie sie klingen.
Wenn man sieht, wie sie auf das Wetter reagieren, auf Tracht, auf Platzmangel oder darauf, dass die Imkerin gerade wieder unbedingt wissen möchte, was irgendwo auf Wabe Nummer sieben los ist.


Dann mussten natürlich eigene Bienen her
Relativ früh stand für mich fest, dass ich mit der Segeberger Beute in DNM 1,5 imkern möchte.


Damit imkere ich auch heute noch.


Großer Brutraum, dazu flache Honigräume – für mich passt dieses System einfach gut. Natürlich hat wahrscheinlich jeder Imker ungefähr zwölf Gründe, warum genau seine Beute die beste ist. Das gehört beim Imkern irgendwie dazu.


Bevor allerdings die ersten Bienen einziehen konnten, musste erstmal vorbereitet werden.
Beuten, Rähmchen, Mittelwände, Werkzeug, Schutzkleidung – am Anfang merkt man ziemlich schnell, dass „Ich halte ein paar Bienen“ erstaunlich viel Zeug bedeutet.
Und natürlich mussten die Beuten auch gestrichen werden.


Nicht, weil es den Bienen vermutlich besonders wichtig gewesen wäre, ob ihre Wohnung hübsch aussieht.
Mir war es wichtig.


Wenn schon Bienen bei mir einziehen, dann sollten sie schließlich auch ein ordentliches Zuhause bekommen.


Mein erstes eigenes Volk


Mein erstes Volk entstand als Ableger und stand zunächst noch bei meinem Imkerpaten.
Und dann kam irgendwann der Tag, an dem es zu mir nach Hause sollte.


Die Brombeeren blühten bei uns gerade und ich weiß noch, wie besonders sich das angefühlt hat, als die Beute endlich an ihrem Platz stand.


Klappe auf.
Flugloch frei.


Und raus kamen die ersten Bienen.


Sie flogen ihre Orientierungsrunden, guckten sich ihre neue Umgebung an und innerhalb kürzester Zeit sah es so aus, als hätten sie nie irgendwo anders gestanden.


Und ich?


Ich stand natürlich davor und habe geguckt.
Das mache ich übrigens bis heute.


Aus „Ich möchte Bienen“ wurde ziemlich schnell mehr


Heute gehören die Bienen einfach zu meinem Alltag.


Ich gehe morgens mit meinem Kaffee über den Hof, gucke automatisch Richtung Flugloch und sehe meistens schon, ob viel Betrieb ist, ob Pollen reinkommt oder ob gerade eher Ruhe herrscht.


Und natürlich ist längst nicht immer alles romantisch.


Es gibt klebrigen Honig, schwere Zargen, Wachs überall, Königinnen, die genau dann nicht zu finden sind, wenn man sie dringend sehen möchte, Schwarmstimmung, Varroa, Fütterung und ungefähr tausend Dinge, bei denen man sich fragt:


Warum machen die das jetzt?!


Aber genau das mag ich daran.


Man lernt nie aus.


Jedes Bienenjahr ist anders. Jedes Volk ist anders. Und manchmal funktioniert das, was letztes Jahr wunderbar geklappt hat, im nächsten Jahr plötzlich überhaupt nicht.


Meine Bienen haben mir deshalb vor allem eines beigebracht:


Hingucken. Nicht gleich hektisch werden. Und erstmal verstehen, was eigentlich gerade passiert.


Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum sie inzwischen so gut in mein Leben passen.


Denn aus meinem ersten kleinen Ableger ist längst mehr geworden als nur ein Hobby.


Die Bienen gehören zu meinem Hof, zu meinen Jahreszeiten und irgendwie auch zu mir.


Und wahrscheinlich fing genau dort alles an, was heute Moorbienen und Zwischen Bienen und Federn ist.


Mit einer Beute.


Ein paar tausend Bienen.


Und mir, die davorstand und dachte:


Na denn mal los.

Bienenliebe...

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